FAQ (Fragen+Antworten)

Prof. Dr. Wolfgang George in den Alpen
Prof. Dr. Wolfgang George in den Alpen

Der vorliegende FAQ-Teil beantwortet die wichtigsten Fragen aus der Sicht des Herausgebers, Prof. Dr. Wolfgang George.

Im Juni 2016 im Rom vorgestellt, richtet sich die maßgelblich von Papst Franziskus (Jorge Mario Bergoglio) verfasste 233 Seiten umfassende Enzyklika - von Berichterstattern verkürzt als „Umweltenzyklika“ bezeichnet -, an alle interessierten Menschen dieser Welt. Nach Aussage von Kennern, sei bereits diese Ansprache ein Novum in der Geschichte päpstlicher Schriften. Seit nun fast einem Jahr wird die Enzyklika mit unterschiedlicher Akzentuierung in den Medien und durch Fachexperten besprochen. Zumeist in der katholischen Community. Und so stellte der englischsprachige The Guardian bereits am 18.6.2015 nachdem dieser Anliegen und fachliche Qualität gewürdigt hatte die wohl wichtigste Frage zur zukünftigen Bedeutung der Enzyklika: LAUDATO SI Über die Sorge für das gemeinsame Haus: Will anybody listen?
Die Beschreibung des Zustandes“ der Welt“ wird durch den Papst im Bild des „Gemeinsamen Hauses“ erarbeitet. Dabei stellt sich die ernsthafte Sorge um dessen aktuellen Zustand und möglicher Zukunft als zentrale Motivation des Verfassers da. Sorge die durch unterschiedliche Begründungen verursacht sind bzw. unterschiedlichste Funktionen des „Gemeinsamen Hauses“ betreffen. Da ist die Situation der Umwelt, die als häufig verletzt beschrieben wird. Der natürliche Raum sei zunehmend durch den Verlust seiner Artenvielfalt gekennzeichnet, der Klimawandel, mit dessen nicht zu verleugnenden anthropogenen Anteil setze insbesondere den Menschen der armen Nationen zu, eine nicht nachhaltige nur unter hohe Nebenkosten geführte landwirtschaftliche Produktion und Wasserbereitstellung orientiere sich an kurzfristigen Ertragsmodellen Weniger, anstelle eine nachhaltige Versorgung Aller zu adressieren. Als Motor wird ein technokratisches Paradigma identifiziert, das in letzter Konsequenz auch die individuellen Menschenrechte missachte. Sorge bereit den Verfassern der Enzyklika auch das vielerorts zu beobachtende menschliche Miteinander. Sowohl im engeren sozialen Umfeld, als auch im Verhältnis der reichen zu den armen Nationen. Systematische Bereicherung, Gleichgültigkeit bis hin zu Verleugnungsstrategien prägten vielfach die Beziehungen zwischen den Nationen. Dies alles könnte nicht ohne Folgen für die Individuation des einzelnen Menschen bleiben, dessen sozial-ethische aber auch ästhetischen Werte zusehend erodierten bzw. sich erst gar ausbilden könnten wie es der Zustand der Welt dringend benötigte. Anstelle, dass sich der Mensch als Teil einer umfassenden Umwelt begreift oder besser noch diese als Mitwelt empfinde, behindern dessen weitgehende Entängstigung und ökonomisches Kalkül -- gerade auch deren Eliten – die bislang mühsam erworbenen kulturellen und sozialen Befähigungen. Nun verbleiben Papst Franziskus und seine Berater nicht allein in einer Analyse -- die in ihrem Resultat durchaus als Anklage verstanden werden muss - und in der Beschreibung der bestehenden Missstände und Trends sondern versuchen neue oder doch neu akzentuierte Zielstellungen und Wege des Vorgehens aufzuzeigen, wie eine „Grundsanierung“ vollzogen werden könnte. Hierbei adressiert sich Franziskus interkonfessionell und international an alle Menschen.
Jeden, - die notwendige Zeit, Aufmerksamkeit und Neugierde investierenden Leser/-in – wird die Enzyklika überraschen, vielleicht sogar beeindrucken. Und dies durchaus unabhängig von dessen gesellschaftlichen, kulturell-ethischen oder religiösen Herkunft. Überraschend, weil zahlreiche mögliche Voreinschätzungen dem Text in Inhalt und Intention nicht standhalten. Wie etwa das Verhältnis von Wissenschaft zu Glauben oder dass sich eine Enzyklika ausschließlich an katholische Christen adressiert sei. Beeindruckend, weil die vorgestellten Analysen, Reflektionen, Bewertungen und mögliche Konsequenzen, der Art substanziell sind, dass diese eigentlich von den besten Vertretern der Scientific Community hätten geführt werden müssen. Ganz unabhängig davon, wie die religiösen Einlassungen, die natürlich die Enzyklika durchdringen zu bewerten sind. Die intellektuell-logisch geführte konsequente Zusammenführung nicht trennbarer Phänomen bzw. bestehender Problemlagen, sowohl in deren Kausalität, Evidenz und absehbaren Auswirkungen auf unsere nähere Zukunft fordert zu einer substanziellen und systematisch geführten Überprüfung auf. Handelt es sich um alten Wein in neuen Schläuchen oder vielmehr noch „Irrt der Papst“?
Eine breitere über das bisher erreichte hinausreichende Auseinandersetzung mit den Inhalten, Thesen und  formulierten Aufforderungen der Enzyklika. Auch soll der Versuch geführt werden eine Diskussion im Kreis wissenschaftlich Ausgebildeter bzw. als Wissenschaftler Arbeitender zu erreichen. Zahlreiche der beschriebenen Problemlagen aber auch die formulierten Zielstellungen und mögliche Lösungsvorschläge verlangen eine aktive Auseinandersetzung.
Es muss die notwendige Zeit für das Lesen der Enzyklika investiert werden. Dies ist ebenso Vorrausetzung wie die Neugierde des Lesers. Alle als Leser Angesprochenen  – und dies gilt auch für die Buchautoren – nähern sich dem Text mit individuellen vielleicht auch beruflich begründeten Vorerfahrungen. Gerade diese ist für eine Ergebnis- und erkenntnisorientierte Auseinandersetzung hilfreich. Von besonderem Interesse sind demnach aufgrund der Auseinandersetzung mit dem Text der Enzyklika reflektierte Erfahrungen. Die Autoren, deren Kompetenz und Kapitelbezeichnung sind in einem Gliederungsverzeichnis erkennbar gemacht.
Stark vereinfacht formuliert werden drei Bezugsebenen erkennbar bzw. ermöglichen es die in der Enzyklika ausgesprochenen Themenbereiche in mögliche Handlungsebenen zu übersetzen. 1. Die personale Ebene: Was passiert mit dem Individuum bzw. was muss ich selber beitragen 2. Die erweiterte sozial-gesellschaftliche Ebene: Was passiert in sozialen Institutionen, dem Quartier der Region 3. Die globale Ebene betreffen: Wie sind die Herausforderungen und mögliche Entwicklungsschritte im globalen Kontext zu bewerten Der alte Leitsatz „Think (ebene 1) global (ebene 3) act local (ebene 2)“, behält seine Gültigkeit. Gerade vor dieser einfachen Aufforderung ergibt sich die Relevanz des eigenen fachlichen und wohl auch emotionalen Wissens.
Die eigene -- insbesondere im Gesundheitswesen gesammelte beruflichen Erfahrung en – geben dem Herausgeber des Buches und Verantwortlichen der Website deutliche Hinweise auf eines der Grundverständnisse der Enzyklika: die Entkopplungskonsequenz des reduktionistischen Arbeitsprogramms der Wissenschaften führt nicht nur zu deren Erfolgen sondern auch zu Nebenwirkungen, sich zwischenzeitlich der Art kumuliert haben, dass die formulierte Sorge um das „Gemeinsame Haus“ durch die wissenschaftliche Community auf deren Berechtigung geprüft werden sollte. Irrt sich in letzter Konsequenz die Wissenschaft?
In regelmäßigen Abständen kommen die verschiedenen Autoren des Buches – vielmehr noch deren Themen und Reflektionen – mit Ihren Buchabstracts und einigen Informationen zu Ihrer Person bzw. Thema zu Wort. Dies könnte immer wieder neue Akzentuierungen  für den auf der Website geführten Dialog geben. Auch werden Neuigkeiten rund um die Rezension bzw. Kommunikation der Enzyklika so weit als möglich berichtet. Darüber hinaus sollen in unserem für diesen Zweck eingerichteten Forum die Leser / Nutzer der Website zu Wort kommen.