Umwelt und Gerechtigkeit – Papst regt Debatte an

Christoph Bals: Umwelt und Gerechtigkeit
Christoph Bals
GERMANWATCH, Bonn: Umwelt und Gerechtigkeit

Papst Franziskus ruft angesichts der planetaren Krise zum Dialog über Umwelt und Gerechtigkeit mit allen Religionen, mit allen Menschen auf. Zunächst wird geprüft, ob das Papier Ausdruck eines reflektierten Glaubens ist, der Anspruch erheben kann, in einer pluralistischen Gesellschaft auf Augenhöhe Diskussionen anzustoßen.

Universale Geschwisterlichkeit

Der Papst vollzieht einen Paradigmenwechsel von der Herrschaft des Menschen hin zur universalen Geschwisterlichkeit mit allen Mitlebewesen. Die – wissenschaftlich und theologisch – doppelt codierte Begründung wird nachgezeichnet. Die Enzyklika akzeptiert die Autonomie der Wissenschaften, will diesen aber zugleich – was Ästhetik und Ethik angeht – Grenzen aufzeigen.

Umwelt und Gerechtigkeit – Paradigmenwechsel

Als Konsequenzen des Paradigmenwechsels werden dargestellt: Der Vorrang des Seins vor dem Nützlichen; die Akzeptanz der Naturressourcen und das Klimas als Gemeineigentum; die Notwendigkeit des Ausstiegs aus fossilen Energien; der Bedarf an ausreichend Klimafinanzierung für die Armen.

Subsidarität – dezentrale Lösungen

Es wird gezeigt, wie der Papst die beiden Seiten der Subsidiarität betont: Der Vorrang für die Gruppen, die möglichst nahe am Menschen dran sind und dezentrale Lösungen. Aber zugleich die Notwendigkeit für den Gesetzgeber zu handeln, wenn diese Gruppen das Problem nicht lösen können.

Enzyklika Laudato-si ist keine Drohbotschaft

Abschließend wird gefragt, ob es ein funktionales Äquivalent in der säkularen Gesellschaft geben könnte für den Ton der Enzyklika, die – obwohl sie die Probleme klar benennt – eher als Froh-, denn als Drohbotschaft daher kommt.

Christoph Bals

Author: Christoph Bals

Christoph Bals GERMANWATCH, Bonn

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