Gemeingut Meer – Zukunft des maritimen Systems

Gemeingut Meer
Prof. Martin Visbeck bei seiner Arbeit

Im Ozean hat sich das Leben auf der Erde entwickelt, und der Ozean ist auch heute noch ein wichtiger Teil des menschlichen Lebens und Handelns. Er bedeckt 70 % der Erdoberfläche und beherbergt das größte zusammenhängende Ökosystem unseres Planeten mit enormem – und zum Teil noch unbekanntem – Reichtum an biologischer Vielfalt. Der Ozean produziert mehr als die Hälfte des Sauerstoffs unserer Atmosphäre, treibt den globalen Wasserkreislauf an und beeinflusst unser Klima maßgeblich.

Seit Jahrtausenden leben Menschen von und mit dem Ozean. Er beherbergt wichtige Nahrungsquellen, mineralische und metallische Ressourcen und ist reich an Energie, ist Transportweg, Siedlungs- und seit vergleichsweise kurzer Zeit Erholungsraum, schafft Mythen wie die Odyssee und prägt unterschiedliche Kulturen weltweit. Lange Zeit hielten die Menschen diese Dienstleistungen des Ozeans für unendlich und kompromissfrei zu beziehen. Die vergangenen Jahrzehnte haben jedoch gezeigt, dass auch ozeanische Ressourcen endlich und marine Ökosysteme verwundbar sind. Durch eine rasant wachsende und sich entwickelnde Weltbevölkerung mit steigendem Bedarf an Ressourcen, durch zunehmende Verschmutzung und den Klimawandel steigt der Druck auf den Ozean ständig.

Wie ist es möglich, Nutzung und Schutz des Gemeinguts Ozean vereinbar zu machen? Welche internationale Vereinbarungen und Instrumentarien stehen zum Schutz der Meere und einer nachhaltigen und gerechten Ressourcennutzung zur Verfügung?

Zu diesen in der Enzyklika aufgenommenen Fragen der Wissenschaft und Gesellschaft zeigt Professor Martin Visbeck im Kapitel „Auswirkungen und Perspektiven des maritimen Systems“ des neuen Buchs XXX mögliche Lösungsansätze auf und erläutert, wie Nachhaltigkeit und Nutzung des Ozeans in Zukunft besser in Übereinstimmung gebracht werden können.

Prof. Dr. Martin Visbeck

Author: Prof. Dr. Martin Visbeck

Martin Visbeck ist Professor am GEOMAR Helmoltz Zentrum für Ozeanforschung und an der Universität Kiel. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die Datenerhebung im Ozean, die Verbindung von Ozeanzirkulation mit der Klimadynamik und die transdisziplinäre Forschung über eine nachhaltige Entwicklung der Menschheit und deren Umgang mit dem Ozean in internationalen Netzwerken wie Future Earth.

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